SPD freut „Regierungsverantwortung“

Ortsverein

von Josef Dummer

HAINSACKER. Voll des Lobes war der Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Hainsacker, Harald Baier, über die Arbeit der SPD-Mandatsträger im Lappersdorfer Marktrat und im Kreistag. Bei der Jahresversammlung im Gasthaus Prößl freute er sich, dass die SPD seit einem Jahr nun mit in der "Regierungsverantwortung" steht, "und das ist gut so".

Nach seinem Rechenschaftsbericht hat sich der SPD-Ortsverein im letzten Jahr sowohl politisch wie auch gesellschaftlich bedeutend in Hainsacker eingebracht.
Als "Meilenstein in der Geschichte" der Hainsackerer SPD bezeichnete Baier die von der SPD organisierte Veranstaltung zu den Todesmärschen aus dem Konzentrationslager Hersbruck im Jahr 1945, die vor 70 Jahren auch in Schwaighausen und Hainsacker Station gemacht haben. Der Zuspruch mit 200 Bürgerinnen und Bürgern bei dieser Veranstaltung sei unerwartet hoch gewesen, und so dankte der Vorsitzende besonders dem Initiator und Historiker Erwin Hadwiger von der SPD Lappersdorf, der in jahrelanger Recherchearbeit diese Märsche erstmals nach 70 Jahren wissenschaftlich erforscht habe. "Diese Veranstaltung hat uns sehr nachdenklich gemacht", sagte Baier und bemerkte zudem, dass die SPD die einzige Partei gewesen sei, die damals gegen das Ermächtigungsgesetz von Adolf Hitler gestimmt habe.
      Mit Stolz erfülle ihn, dass der Markt Lappersdorf seit dem letzten Jahr mit Stefan Königsberger erstmals einen stellvertretenden Bürgermeister aus Hainsacker stellen könne. Besonders lobte Baier die SPD-Fraktion im Marktrat, "die viel Überzeugungsarbeit leisten musste, um die nach 50 Jahren unumgängliche Sanierung und Erweiterung der Hainsackerer Schule durchsetzen zu können".
Auch zählte er auf, welche Projekte die SPD im Lappersdorfer Marktrat "erstreiten" musste, wie Senioren- und Kinderbetreuungseinrichtungen, eine hauptamtliche Jugendarbeit mit Jugendpfleger Rudi Reichenberger, der seit 14 Jahren "ein Glücksfall für den Markt Lappersdorf" sei. Dieses Urteil traute sich Baier als langjähriger Jugendbeauftragter des Marktes zu.
Mit den Worten, "Lasst euch nicht beirren, macht weiter so", beendete der Ortsvorsitzende seinen Bericht, nicht ohne vorher den SPD-Markträten noch Vorschläge beispielsweise für eine nachhaltige Energieversorgung im neuen Baugebiet in Oppersdorf oder die Durchsetzung von verkehrsberuhigenden Maßnahmen innerorts auf den Kreisstraßen mit auf den Weg zu geben.

Der Kreisvorsitzende Rainer Hummel lobte die engagierte Arbeit im Hainsackerer SPD-Ortsverein und berichtete über die politische Lage besonders im Landkreis. Hier hätte die CSU nach seiner Meinung "bis heute nicht verkraften können, dass sie nicht mehr die Mehrheit hat".
Der weitere Betrieb als vierzügiges Gymnasium in Lappersdorf und die Asylpolitik waren Themen in seinem Vortrag, ebenso die Breitbandentwicklung und die Schaffung von 16 neuen Stellen im Kreisjugendamt. "Und das alles kann realisiert werden, ohne die Kreisumlage erhöhen zu müssen", verkündete der Kreisvorsitzende Hummel.

Eine Bilanz nach einem Jahr im Lappersdorfer Marktrat zog der stellvertretende Bürgermeister Königsberger. Die Zusammenarbeit sei "gut und offen, und neue Ideen aus allen Fraktionen werden positiv aufgenommen", so das Urteil von Königsberger.
Das "Erbe Aurelium", dem bisher kein Konzept zugrunde lag, wie er kritisierte, müsse angenommen "und das Beste daraus gemacht werden". Positiv beurteilte der Bürgermeister, wie sich jetzt schon Künstler aus Lappersdorf mit Konzerten für das neue Kulturzentrum engagieren. Gelöst werden müssten jetzt noch Verkehrsprobleme mit einem Leitsystem und die Lärmbelästigung für die Anwohner möglichst gering zu halten.
Kritisch beäugte er Aussagen zur Schulhauserweiterung in Hainsacker als "Luxussanierung, und dies von Leuten, die ein goldenes Dach initiiert haben", so Königsberger. Auch gehöre zum "familienfreundlichen Markt Lappersdorf" ein neues "Mehrzweck-Kinderhaus", wie er es bezeichnete, denn: "Wir müssen uns den neuen Entwicklungen anpassen". Dazu gehörten auch ein kommunaler Familientisch und das Seniorenessen, die von der SPD weiter unterstützt werden.

Die SPD-Kreis- und Markträtin Barbara Rappl bezeichnete die Veranstaltung zu den Elendsmärschen vor 70 Jahren als "vorbildlich von Erwin Hadwiger recherchiert und von Fachleuten anerkannt und hochgelobt". Es sei gut für die Bürger, wenn die SPD mitregiert, "und so ist die Handschrift der SPD im Landkreis und in Lappersdorf unübersehbar".
Die SPD werde sich in den nächsten Jahren weiter dafür einsetzen, dass sozial geförderte Wohnungen gebaut werden und die älteren Mitbürger mehr Unterstützung erfahren. Mit dem "Zehn-Millionen-Projekt Aurelium, das die SPD nicht zu verantworten hat", so Rappl, müsse ein Spagat zwischen einer notwendiger Auslastung und der Rücksicht auf die Anwohner gelingen, betonte die SPD-Fraktionssprecherin im Marktrat.

Bei der anschließenden Diskussion bestätigte der Kreisvorsitzende Hummel nach einer Anfrage zur Erweiterung des Lappersdorfer Gymnasiums, dass die Kapazitäten der vorhandenen Sporthallen ausreichen und kein Neubau einer Sportstätte erforderlich sei. Der stellvertretende Lappersdorfer Bürgermeister Königsberger geht aber schon davon aus, dass bei einer bald notwendigen Sanierung der Gemeindehalle sich der Landkreis dann finanziell im entsprechenden Rahmen beteiligen wird.

 
 

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